
Schneller, weiter, höher soll er leben!

Der ICE feiert Geburtstag: 35-jähriges Jubiläum in 2026
Mein großer Bruder hat Geburtstag – und ich habe mir ein besonderes Geschenk für ihn ausgedacht. Passend zur Anzahl der Lebensjahre habe ich 35 erstaunliche, lustige und spannende Dinge über das Geburtstagskind zusammengesammelt. Hier sind sie!
- Vor 35 Jahren wurde mit einer Fahrt von Hamburg nach München am 2. Juni 1991 morgens um 5.53 Uhr erstmals ein ICE planmäßig eingesetzt. Zum Start waren deutschlandweit 25 Züge im Einsatz.
- Mittlerweile ist die Familie ordentlich gewachsen: Aktuell sind acht unterschiedliche Baureihen unterwegs – insgesamt rund 400 Züge.
- Der jüngste Neuzugang heißt ICE L und ist das erste Familienmitglied, das tiefergelegt ist. Praktisch: Zum Ein- und Aussteigen muss man keine Stufen mehr steigen.
- Viel Forschung, viel Technik, viel Material: Ein einziger ICE kostet je nach Baureihe bis zu 40 Millionen Euro.
- IC bedeutet Intercity. Das E steht für Express. Kein Zug in Deutschland fährt schließlich schneller. Manche, wie der ICE 3neo, sind mit Tempo 300 unterwegs. Da kommt kein Auto auf der Straße mit!
- Der bis heute unerreichte Geschwindigkeitsrekord eines ICE wurde allerdings schon bei einer Probefahrt noch vor der Einführung aufgestellt. Auf der Strecke Hannover–Würzburg erreichte ein Testzug sagenhafte 406,9 km/h.
- Das ist natürlich nicht auf jedem Gleis möglich. Insgesamt gibt es in Deutschland aber 2.800 Kilometer Schnellfahrstrecken.
- So eine Schnellfahrstrecke muss möglichst gerade verlaufen. Liegt ein Gebirge im Weg, werden deshalb viele Tunnel hindurchgebaut. Allein zwischen Hannover und Würzburg sind es mehr als 60.
- Der längste davon, der Landrückentunnel in Hessen, misst ganze 10.779 Meter. In ihm hätten 50 ICE-Züge hintereinander Platz.
- Noch häufiger als Tunnel gibt es Brücken. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Würzburg sind es mehr als 250.
- Die längste Brücke steht allerdings nicht auf dieser Strecke. Das ist die 8.614 Meter lange Elster-Saale-Talbrücke auf der Schnellfahrstrecke zwischen Leipzig und Erfurt.
- ICEs sind übrigens nicht nur in Deutschland unterwegs, sie fahren auch in viele Nachbarländer. Etwa in die Schweiz, die Niederlande oder nach Frankreich.
- Dort düsen die Expresse übrigens teilweise noch flotter über die Gleise als bei uns. In Frankreich fahren die ICEs sogar bis zu 320 km/h.
- Fahrten ins Ausland fanden sogar schon statt, obwohl Wasser dazwischenlag: Der spezielle ICE-TD wurde jahrelang für Verbindungen nach Dänemark eingesetzt – und der ICE rollte dafür auf eine Fähre.
- Manch ein Zug hat es aber noch weiter geschafft. Schon 1993 wurde ein ICE 1 über den Atlantik verschifft und fuhr dann mehrere Wochen lang quer durch die USA. Ein anderer war in Südkorea zu Besuch.
- Was auch fast niemand weiß: ICEs fahren nicht nur bei der Deutschen Bahn. Ein paar Jahre waren einige auch bei der ÖBB in Österreich sowie den niederländischen NS (Nederlandse Spoorwegen) im Einsatz.
- Am Bahnhof erkennst du einen ICE schon aus der Ferne – an seinem schnittigen Design in Weiß mit rotem Streifen.
- Genau genommen ist das Weiß übrigens gar kein Weiß. Der Farbton heißt „Lichtgrau“.
- Unter anderem zwischen Frankfurt, Amsterdam und Brüssel fährt allerdings auch ein ICE mit blauem Streifen. Warum? Blau ist die Farbe Europas und soll zeigen: Wir leben alle auf demselben Kontinent – und die Bahn verbindet uns.
- Zu besonderen Anlässen sind auch besonders gestaltete Aktionszüge im Einsatz. Etwa ein Fußball-ICE, als die Europameisterschaft in Deutschland stattfand. Oder als die Eisenbahn 175 Jahre alt wurde. Oder im Design des kleinen ICE!
- Gutes Stichwort: Zum großen ICE kam 2012 der kleine ICE mit seinen Freunden dazu. Seitdem wächst die Gruppe immer weiter – heute gibt es schon neun verschiedene Charaktere.
- Den kleinen ICE findest du hier in der LeseLOK. Es gibt ihn als Spielfigur und sogar als Spielgerät auf manchen Spielplätzen, etwa in der Bahnstadt Heidelberg.
- Die allerneueste „Baureihe“ kam sogar erst vor wenigen Wochen raus als Rutschzug namens „Der kleine ICE-Flitzer“!
- Auch an Bord der großen Züge gibt es viele Angebote für Kinder und Eltern. Seit gut zehn Jahren findest du in jedem ICE zum Beispiel einen besonderen Familienbereich und das Kleinkindabteil, wo man unter sich ist und es niemanden stört, wenn es mal etwas trubeliger wird.
- Andere besondere Abteile gibt es dafür nicht mehr. Manche Züge hatten zum Beispiel Telefonzellen an Bord. Die sind längst verschwunden. Klar, schließlich hat heute eigentlich jeder ein eigenes Handy in der Tasche.
- Auch die Bildschirme in den Rückenlehnen wurden wieder abgebaut. Dort konntest du wie im Flugzeug Filme aus dem Bordprogramm ansehen.
- Bordprogramm gibt es allerdings immer noch – per WLAN: Seit 2014 verfügt die erste Klasse, seit 2017 auch die zweite Klasse über ein kostenloses Internet – das ICE Portal.
- Weil immer mehr Menschen mit Fahrrad verreisen, ist auch die Fahrradmitnahme mittlerweile in vielen ICEs möglich. Wenn du deinen Drahtesel mitnimmst, musst du das vorher anmelden. Die Plätze sind begrenzt.
- Und bitte nicht beim Aussteigen vergessen! Sonst landet dein Rad – wie 700 andere Dinge an jedem einzelnen Tag – in einem Fundbüro der Deutschen Bahn.
- Die gibt es an fast jedem der mehr als 100 Bahnhöfe, die täglich auf einer der knapp 40 ICE-Linien angesteuert werden.
- Das ist übrigens auch die umweltfreundlichste Art, um zu reisen. Weil die Züge komplett mit Ökostrom fahren, belasten sie das Klima, anders als Autos oder Flugzeuge, kaum.
- Seit der ersten Fahrt vor 35 Jahren sind bis heute mehr als zwei Milliarden Reisende mit dem ICE gefahren. Umgerechnet ist das etwa jeder vierte Mensch auf der Erde!
- Darunter Leute wie du und ich, Sportlerinnen, Popstars, sogar der Kaiser von Japan und die ehemalige britische Königin Elisabeth II.
- Ob die Königin verwirrt war? „Ice“ sagt man in ihrer Sprache zu einer gefrorenen Leckerei mit zum Beispiel Schoko- oder Vanillegeschmack. Lustig: Bei einer Sommeraktion vor zwei Jahren wurde an Bord der ICEs „ICE-Cream“ verteilt.
- Nach Elisabeth ist ein Schiff benannt. Aber wusstest du, dass auch die meisten ICEs Namen tragen? Und zwar immer den einer deutschen Stadt oder Region.
(Stand 2026: 35-jähriges Jubiläum)





