
Wer, Wie, Wasser? Wie kommt eigentlich das Wasser in den Zug?
Bei dir zu Hause kommt das Wasser aus der Leitung. Wieso gibt es an Bord der Züge immer genug zum Spülen, Trinken und Händewaschen?
Frankfurt am Main, Hauptbahnhof: Ein ICE fährt ein. Die Türen öffnen sich, Menschen steigen aus, Menschen steigen ein. Nach ein paar Minuten setzt der Zug sich wieder in Bewegung. So weit, so normal.
Wasser tanken am Zug
Was niemand an Bord oder am Bahnsteig mitbekommen hat: Während des Halts haben Mitarbeitende auf der Zugseite, die dem Bahnsteig abgewandt ist, Einfüllstutzen geöffnet und einen Schlauch angeschlossen. Nur wenige Minuten, dann ist der ICE mit tonnenweise Trinkwasser versorgt – genug für den Rest der Fahrt.

Bevor der Schlauch für das frische Wasser angeschlossen wird, kriegt der Anschluss erst einmal eine Abreibung: Er wird desinfiziert. (Foto DB © Jägen)
Wofür braucht der ICE Wasser?
Hast du dich schon einmal gefragt, wo eigentlich das Wasser herkommt, wenn du auf der Zugtoilette spülst oder dir die Hände wäschst? Oder wenn im Bordbistro die Spülmaschine läuft oder der Kaffeeautomat frischen Cappuccino aufbrüht?
Überall dort, wo Küchen oder Toiletten sind, verbergen sich große Frischwassertanks. Jeder davon fasst rund 400 Liter. Das entspricht rund drei Badewannen voll. Diese Tanks werden jede Nacht aufgefüllt, wenn ein Zug sein letztes Ziel erreicht hat und für den nächsten Tag gereinigt und vorbereitet wird.
Vorher wird natürlich jeder der Füllstutzen desinfiziert. Genauso werden die Tanks und Leitungen regelmäßig gereinigt. Das Wasser an Bord muss schließlich Trinkwasserqualität haben.
Wohin kommt das Abwasser?
Außerdem werden die Abwassertanks geleert. Davon gibt es genauso viele wie für das Frischwasser.
Denn alle Züge der Deutschen Bahn fahren mit sogenannten geschlossenen Systemen: Was du im Klo runterspülst, was die Spülmaschine abpumpt, landet nicht auf freier Strecke. Es wird gesammelt und dann während der nächtlichen Reinigung entsorgt.

Weg damit! Was immer die Tanks an Abwasser aufsammeln, wird am Ende abgepumpt und in der Kanalisation entsorgt. (Foto DB © Jägen)
Nachfüllen unterwegs
Bleibt eine Frage: Wieso wurde in Frankfurt getankt – mitten am Tag und schnell mal zwischendurch?
Ganz einfach: Wenn ein ICE mit besonders vielen Passagieren und auf besonders langen Strecken unterwegs ist, etwa von Hamburg nach Basel, kann es selbst mit 400 Litern Wasservorrat pro Toilette gelegentlich knapp werden. Dann wird kurzerhand nachgefüllt. Schnell, geräuschlos und unbemerkt von den Reisenden.





