
5 Fragen an … Udo Feld vom Fundbüro
Udo Feld ist 62 Jahre alt. Er leitet das Fundbüro der Deutschen Bahn. Jedes Jahr landen dort viele tausend Dinge: vom Handy bis zum Schlauchboot. Wie Detektive suchen er und sein Team nach den Besitzerinnen und Besitzern.
- Was genau machst du bei der Bahn?
Ich leite seit mittlerweile 15 Jahren das zentrale Fundbüro der DB in Wuppertal. Hier landet alles, was Menschen auf Bahnreisen vergessen. Oder besser: Hier landet fast alles.
Lässt du etwas an Bord liegen und es wird gefunden, kommt es nämlich erst einmal in das Fundbüro an dem Bahnhof, wo der Zug endet. Davon gibt es rund 80 in Deutschland, an jedem größeren Bahnhof. Erst wenn sich nach einer Woche noch niemand gemeldet hat, werden die Sachen zu uns geschickt. - Warum bist du das geworden?
Ursprünglich wollte ich Bäcker werden und habe das auch gelernt. Das ging dann aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Ich habe dann verschiedene Weiterbildungen gemacht. Währenddessen verdiente ich mein Geld mit einem Nebenjob bei der Bahn. So habe ich in die große DB-Welt reingeschnuppert und bin schließlich dort „kleben“ geblieben.
Innerhalb dieser Zeit habe ich die unterschiedlichsten Aufgaben übernommen, angefangen beim Service- und Qualitätsmanagement. 2011 wurde dann die Stelle als Leiter des zentralen Fundbüros frei. Das hat mich wirklich sehr gereizt und tut es übrigens bis heute. - Was ist das Beste an dem Job?
Die Aufgaben sind unglaublich vielseitig: Wir müssen alles, was bei uns landet, in einer Datenbank erfassen und beschreiben. Und dann gehen wir oftmals auf die Suche nach den Eigentümerinnen oder Eigentümern. Das ist richtige Detektivarbeit!
Auch arbeiten wir mit anderen Fundstellen zusammen, etwa bei der Bundespolizei. Vielleicht das Allerbeste ist aber, wenn Menschen durch unsere Hilfe Dinge wiederbekommen, die ihnen besonders wichtig oder wertvoll sind. Es ist immer mit viel Freude und Dankbarkeit verbunden, wenn das klappt. - Was ist ganz anders, als du es erwartet hättest?
Es erstaunt mich bis heute, wie viel tatsächlich vergessen und verloren wird und schließlich zu uns kommt. Jedes Jahr sind das rund 250.000 Gegenstände, also fast 700 an jedem einzelnen Tag!
Am häufigsten lassen die Leute Rucksäcke (etwa 28.000) und Handys (25.000) liegen. Noch erstaunlicher finde ich es aber, wenn plötzlich ein schreibtischgroßer Fernseher bei uns landet, ein Schlauchboot oder ein Gebiss. Wie kann man so etwas versehentlich liegen lassen? - Was war als Kind dein Traumberuf?
Förster. Mit dem Hund durch den Wald spazieren und den ganzen Tag an der frischen Luft sein, das habe ich mir sehr schön vorgestellt.
© Deutsche Bahn AG / Fotos: Udo Feld
Noch mehr verrückte Fundstücke: Was hat Udo Feld schon alles im Fundbüro gefunden? Lies das Interview: Von voll verrückten Fundstücken bis zu wahren Schätzen







