Ausgabe 3+4 | 2020
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LeseLOK Ausgabe 3-4/2020: Aufgeblättert, fertig, los!
Titelbild: Auf orangefarbenem Grund ist eine Collage aus Illustrationen und Fotos arrangiert, darunter ein rauchender Comic-Vogel mit Deerstalker-Hut, ein historischer Fahrkartenautomat im DB Museum, ein Junge, der mit Kreide auf Beton malt, ein Schienenlabyrinth-Bildschirm, die Spielfigur des kleinen ICE, DB-Mitarbeitende in neuer Dienstkleidung, ein alter Computer sowie ein historisches Mobiltelefon. Der Schriftzug „Aufgeblättert, fertig, los!“ kündigt die Doppelausgabe an, das Logo der Stiftung Lesen bestätigt die pädagogische Empfehlung.
Hallo Du und willkommen an Bord! (Editorial)
Das Redaktionsteam begrüßt die Leserschaft zu einer besonderen, aus dem Homeoffice heraus entstandenen Doppelausgabe. Der erste, sonnengelbe Teil nimmt mit auf eine Reise in die digitale Welt: Was ist das Internet, wie ist die Website vom kleinen ICE entstanden, wie funktioniert Programmieren und wie dreht man per Handy einen Stop-Motion-Film? Der zweite Teil wird abenteuerlich: Hier lernt man, eine geheime Botschaft zu schreiben, eine Schnitzeljagd für Freunde zu planen, was es mit der neuen Bahn-Dienstkleidung in der Farbe Burgundy auf sich hat, und erfährt vom wertvollsten Fundstück, das je bei der Bahn verloren und wiedergefunden wurde.
Service: Zugang zur Kinderwelt im ICE Portal
Eine Anleitung erklärt, wie man sich an Bord über das WLAN „WIFI on ICE“ mit der „Kinderwelt“ verbindet, um dort Comics, Videos und Spiele zu nutzen; von zu Hause aus ist die Kinderwelt über www.der-kleine-ice.de erreichbar.
Inhaltsverzeichnis
Der erste Teil „Blick in die digitale Welt“ umfasst: Der kleine ICE im großen WWW, Lerne die Welt des Programmierens kennen, Programmieren ist voll easy, Klappe die Erste (Stop-Motion-Film), Von schlauen Weichen, klugen Apps und smarten Zügen, Comic „Der kleine ICE im digitalen Neuland“, Die wichtigsten Fakten – Digitale Welt, Wie beeinflusst die digitale Welt unser Leben, und ZUgausKUNFT. Der zweite Teil „Auf ins Abenteuer“ umfasst: Von allein reisenden Geigen und Didgeridoos, Von voll verrückten Fundstücken bis zu wahren Schätzen, Reisen wie die Profis (Tipps von den drei !!!), Geheimsache Bahn, Geheime Botschaft, Raus aus der Tür rein ins Abenteuer, Abenteurer auf Schienen, Comic „Mord im Orchideen-Express“, Rezepte von Robbi Regio, Pippa, Maxi und Hanno, Blau und Burgundy sind alle meine Kleider, Das Freundebuch Simsala SUM sowie SUMs Bastelidee Tic Tac Toe.
Der kleine ICE im großen WWW
Eine digitale Reise erklärt, was eine Website ist: ein Ort im Internet, den man ohne Kofferpacken jederzeit besuchen kann, erreichbar über eine eigene Adresse. Die Website vom kleinen ICE, www.der-kleine-ice.de, ist eine von schätzungsweise 1,7 Billionen Websites weltweit. Erklärt wird auch die Entstehung des Internets: Computerexperten weltweit begannen, ihre Rechner zu vernetzen, woraus das World Wide Web (WWW) entstand. Zwei Beispiele veranschaulichen den Begriff „digital“: Fahrkarten konnte man früher nur am Bahnhof oder im Reisebüro kaufen, heute geht das digital über www.bahn.de; und während man früher den kleinen ICE nur über das gedruckte LeseLOK-Magazin und im Zug erleben konnte, gibt es heute mit www.der-kleine-ice.de auch ein digitales Zuhause.
Blicke hinter die Kulissen unserer digitalen Redaktionssitzung
In einer als Video-Konferenz dargestellten Szene diskutieren die Redaktionsmitglieder Nicola, Katharina, Inka, Christina, Jessi und Pamela, welche Themen und Geschichten für die nächste LeseLOK-Ausgabe geeignet sind – etwa Schnitzeljagden oder Ideen rund um die Spielfiguren. Erklärt wird, dass eine Redaktion gemeinsam Inhalte plant, recherchiert, Texte schreibt und diese mit Grafiker:innen zu einem fertigen Magazin gestaltet. Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeitete das Team des kleinen ICE fast ausschließlich digital aus dem Homeoffice und tauschte sich über E-Mails und Video-Konferenzen aus, bei denen gelegentlich auch die eigenen Kinder ins Bild liefen. Ein Verweis führt zu einem Interview mit Webdesignerin Alice über Geheimcodes sowie zu einem von ihr vorbereiteten Programmierspiel unter www.der-kleine-ice.de/codes.
Lerne die Welt des Programmierens kennen!
Der Beitrag erklärt, dass viele alltägliche Geräte wie elektrische Zahnbürsten, Mikrowellen oder Ampeln programmiert sind und wie kleine Computer funktionieren. Auch ein Zug wie der kleine ICE ist programmiert, damit er weiß, wohin er fahren soll; die dafür formulierten Befehle nennt man Programmiersprache. Vorgestellt wird die HABA Digitalwerkstatt, die in der Kinderbetreuung im Zug ein „Gleise-Labyrinth“ zum Programmieren-Üben ohne Computer anbietet: Zwei Aufgaben laden dazu ein, den kleinen ICE anhand eines vorgegebenen Programms zu einem Bahnhof zu verfolgen beziehungsweise selbst ein Programm zum Südbahnhof zu entwerfen (Lösung: Ost-Bahnhof beziehungsweise eine Pfeilfolge nach unten und links).
Programmieren ist voll easy!
Vorgestellt werden kindgerechte Einstiege ins Programmieren: die kostenlose, browserbasierte Programmiersprache Scratch mit farbigen Bausteinen (ab 8 Jahren); die „Schildkröten Akademie“, bei der man einer virtuellen Schildkröte per Programmcode Zeichenbefehle gibt; die App Lightbot, bei der ein Roboter durch Coding-Puzzles gesteuert wird; das unabhängige Ratgebermagazin codingkids.de rund um die Digitalisierung für Familien; die App Hopscotch, mit der man eigene Spiele entwickeln kann (ab 8 Jahren, nach der Gratis-Startphase kostenpflichtig); sowie der Mini-Roboter Ozobot Bit, der über auf Papier gezeichnete Farbmuster gesteuert wird, und sein größerer, app-gesteuerter Bruder Ozobot Evo.
Klappe, die Erste: Drehe einen Stop-Motion-Film
Erklärt wird die Technik des Stop-Motion-Films, bei der von jeder einzelnen Bewegung ein Einzelfoto gemacht wird, sodass beim schnellen Abspielen der Standbilder eine Bewegung entsteht. In drei Schritten wird die Vorgehensweise beschrieben: zunächst Figuren, Ort und eine einfache Handlung überlegen (Beispielgeschichte der Redaktion: Der kleine ICE fährt zu einem Tunnel, vor dem ein Baum liegt, den Simsala SUM wegräumt – 18 Sekunden Film aus 74 Einzelbildern); dann die Szene wie eine kleine Theaterkulisse aufbauen und jede Bewegung der Spielfiguren einzeln fotografieren; und schließlich darauf achten, dass Handy und Bildausschnitt fest bleiben und nur die Figuren sich bewegen. Für die Beispielkulisse wurde ein „Deutsche Bahn ICE Set“ von BRIO verwendet. Als Hilfsmittel wird die kostenlose App „Stop Motion Studio“ empfohlen; der fertige Beispielfilm der Redaktion ist auf www.der-kleine-ice.de zu sehen.
Von schlauen Weichen, klugen Apps und smarten Zügen
Oli stellt digitale Technologien der Bahn vor. Zunächst eine Auswahl an Bahn-Apps: der DB Navigator als Reise-App Nr. 1 zum Nachschauen von Verbindungen und Fahrscheinkauf; die Kinderspiele im ICE Portal, auch außerhalb der Reise auf der Website des kleinen ICE verfügbar; die WhatsApp-Reinigungsmeldung, mit der Verschmutzungen an rund 500 Bahnhöfen per Smartphone gemeldet werden können; sowie Call a Bike, mit dem man in über 60 Städten Leihfahrräder ausleihen kann.
Unter der Überschrift „Schiene ganz digital“ wird das Projekt „Digitale Schiene Deutschland“ vorgestellt, mit dem die Bahn seit 2018 ihr Schienennetz digitalisiert, um den Verkehr verlässlicher, schneller und pünktlicher zu machen. ETCS (European Train Control System) wird als europäisches, „autopilotartiges“ Zugsicherungssystem erklärt, bei dem Lokführer ohne feste Signale fahren können und stattdessen Informationen direkt vom System erhalten; es ist bereits auf der Schnellfahrstrecke Berlin–München im Einsatz. Gelbe „Eurobalisen“ genannte Kästen messen dabei Position und Geschwindigkeit der Züge. In digitalen Stellwerken ersetzt ein einziges Datenkabel den früheren Kabelsalat, wodurch mehr Züge auf denselben Strecken fahren können. „Schlaue Weichen“ – bereits 28.000 Stück in Deutschland – werden über das System DIANA rund um die Uhr per Sensoren überwacht; bahnt sich eine Störung an, informiert DIANA die Techniker:innen automatisch per SMS oder E-Mail, bevor die Weiche ausfällt. Als Pilotprojekt für die „Digitale Schiene Deutschland“ testet die DB ab 2021 auf einem 23 Kilometer langen Abschnitt der Hamburger S-Bahn-Linie S21 vier hoch automatisierte, vollautomatisch fahrende Züge, bei denen ETCS und digitales Stellwerk zusammenarbeiten; der Lokführer bleibt weiterhin zur Kontrolle an Bord.
Comic: Der kleine ICE im digitalen Neuland
Als ein Fahrkartenautomat streikt, weil seine Computersysteme gerade erst upgedatet wurden, lädt der kleine ICE kurzerhand seinen eigenen „Computer-Code“ in den Automaten, um sich das Problem von innen anzusehen. Im digitalen Inneren des Automaten trifft er auf „Ticket“, ein kleines Figürchen, das für die Fahrkartenausgabe zuständig ist, sowie auf allerlei andere Programme – bis plötzlich Alarm ausgelöst wird: Der geheimnisvolle, alles kontrollierende „große K.A.U.“ hält den kleinen ICE für ein Virus und lässt ihn von seinen würfelförmigen Schlägern jagen. Als sich herausstellt, dass K.A.U. in Wahrheit selbst nur ein „Spielzeug“ ist – ein pinkes Oktopus-artiges Wesen, das mit dem kleinen ICE, Ticket und den anderen Programmen ein tödliches Wettrennen veranstaltet, bei dem Verlierer „gefressen“ werden –, gelingt es dem kleinen ICE und Ticket dennoch, gemeinsam unentschieden ins Ziel zu kommen und K.A.U. zu bezwingen. Am Ende klärt sich alles humorvoll auf: Der wahre „Übeltäter“, der den Automaten störte, war nur ein alter, im Münzschlitz steckengebliebener Kaugummi.
Anzeige: Der Kindersender TOGGO wirbt mit dem Slogan „Viel, mehr, TOGGO!“ für sein Angebot aus App, YouTube-Kanal, Fire-TV-Stick-App und TOGGO Radio mit Spielen, Serien und Spaß.
Die wichtigsten Fakten – Digitale Welt (präsentiert von GEOlino extra)
Ein Überblick erklärt, dass rund 4,1 Milliarden Menschen weltweit mit dem Internet verbunden sind und ein Internetzugang inzwischen als ähnlich unverzichtbar gilt wie sauberes Trinkwasser. Als Chancen werden genannt: Unterhaltung, Vernetzung, Bildungszugang etwa für Mädchen in Afghanistan, Meinungsäußerung wie bei jungen Bloggern für Kinderrechte in der Demokratischen Republik Kongo, sowie der Kontakt zu getrennten Familienmitgliedern, etwa bei Geflüchteten. Als Gefahren werden genannt: Ausspionierung und Überwachung, Falschnachrichten, Shitstorms, verstärktes Mobbing, das online rund um die Uhr anhalten kann, sowie die Sorge, dass Menschen ohne Internetzugang in armen Ländern den Anschluss verlieren könnten.
Statistiken zur Internetnutzung in Deutschland zeigen: 98 % der 14- bis 19-Jährigen sind täglich online; 10- bis 13-Jährige besitzen zu 82 % ein Smartphone, zu 44 % eine tragbare Konsole, zu 35 % einen Computer/Laptop, zu 34 % eine Spielekonsole und zu 17 % ein Tablet; im Bevölkerungsdurchschnitt wird das Internet 196 Minuten täglich genutzt, bei 9- bis 17-Jährigen 144 Minuten. Zur Kommunikation nutzen 10- bis 13-Jährige vor allem WhatsApp (85 %), gefolgt von Snapchat (30 %), Instagram (29 %), TikTok (26 %), Facebook (7 %) und Twitter (4,5 %). Das Smartphone wird zu 100 % zum Telefonieren, zu 90 % als Kamera sowie für Suchmaschine, Nachrichten, Musik, soziale Netzwerke, Navigation und Shopping genutzt. Eine Deutschlandkarte zeigt die regional unterschiedliche Breitbandverfügbarkeit; die beliebtesten Social-Media-Plattformen weltweit sind Facebook, YouTube, Instagram, Pinterest, Twitter und Snapchat.
Eine Zeitleiste „Meilensteine“ zeichnet rund 50 Jahre Internetgeschichte nach: 1969 Start des Arpanet als Vorläufer des Internets; 1971 erste drahtlose Computerverbindung auf Hawaii (Vorläufer des WLAN); 1972 die erste E-Mail; ab 1976 erste erschwingliche Heimcomputer wie Apple II und Commodore PET; 1983 das erste Mobiltelefon, das Motorola Dynatac 8000x; 1989 Entwicklung des World Wide Web durch Timothy Berners-Lee am CERN; 1995 Start von eBay und Amazon; 1996 eines der ersten Smartphones, der Nokia 9000 Communicator; 1997 Gründung von Google durch Larry Page und Sergey Brin; 2001 Start von Wikipedia; ab 2004 Gründung von Facebook, gefolgt von YouTube 2005; 2007 Markteinführung des ersten iPhones; 2009 bis 2016 Start von WhatsApp, Instagram, Snapchat und TikTok; 2017 rund 3,8 Milliarden Internetnutzer weltweit; und ab 2020 die geplante Einführung des Mobilfunkstandards 5G.
Im Abschnitt „Internetriesen“ werden große Digitalunternehmen porträtiert: Google (gegründet 1998 von Larry Page und Sergey Brin, verdient hauptsächlich durch Werbung in der Suchmaschine, gehört zu Alphabet Inc., wird für Datensammlung kritisiert); Amazon (online seit Juli 1995, gegründet von Jeff Bezos, verdient auch durch vermietete Cloud-Rechenzentren, wird für Arbeitsbedingungen in Versandzentren kritisiert); Instagram (online seit 2010, gegründet von Kevin Systrom und Mike Krieger, seit 2012 zu Facebook gehörig, verdient über Werbung); WhatsApp (online seit 2009, gegründet von Brian Acton und Jan Koum, seit 2014 zu Facebook gehörig, verdient durch Nutzerdatenauswertung); und YouTube (online seit Februar 2005, gegründet von Steve Chen, Chad Hurley und Jawed Karim, seit 2006 zu Google gehörig, verdient über Werbung und das kostenpflichtige YouTube Premium).
Ein Lexikon erklärt zentrale Fachbegriffe wie Account, Algorithmus, Browser, Follower, Hashtag, HTML, http, Influencer, IP-Adresse, Messenger-Dienst, Router, Server, Soziales Netzwerk, Streaming, URL, viral und WWW.
Kracher + Lacher von Günni
Eine Witzeseite präsentiert unter anderem einen Dialog über ein kaputtes statt fahrendes Fahrrad, einen Scherz über italienische Städtenamen, sowie mehrere Rätselwitze über einen weinenden „Buhu“ (Uhu) im Baum, ein „Karamel“ (Kamel), das durch die Wüste läuft, und eine wandernde „Wanderine“ (Mandarine).
Impressum
Genannt werden Herausgeber (DB Fernverkehr AG), Gesamtverantwortung, Illustrator:innen (Sascha Wüstefeld für „Der kleine ICE“, Titus Ackermann für „Oli“), die Redaktion KB&B – Family Marketing Experts sowie weitere Textautor:innen für die einzelnen Rubriken, außerdem Druckerei und FSC-Zertifizierung des Papiers.
Wie beeinflusst die digitale Welt unser Leben? / Was ist eigentlich das Internet? / Wer hat das Internet erfunden?
Als Leseproben aus dem Ravensburger Sachbuch „Wieso? Weshalb? Warum? ProfiWissen Digitale Welt“ erklären drei kurze Kapitel: Wie sich das Alltagsleben durch Digitalisierung verändert hat – früher ging man für Wissen in die Bibliothek und schrieb Briefe statt E-Mails; wie das Internet als weltweites Computer-Netzwerk über Kabel, Funk und Router funktioniert, und woher der Begriff „surfen“ stammt (geprägt 1992 von der US-Autorin Jean Armour Polly nach dem Motiv ihres Mousepads); sowie die Geschichte der Erfindung des Internets, vom Arpanet 1969 über die Vernetzung durch Tiefseekabel und Satelliten bis zur Entwicklung des World Wide Web und der Programmiersprache HTML 1989 durch Tim Berners-Lee. Ein „Malen nach Zahlen“-Vergleich veranschaulicht, dass Computer alle Informationen letztlich nur als Zahlen (0 und 1) verarbeiten können. Ergänzende Fakten: Es gibt schätzungsweise über eine Milliarde Websites weltweit, täglich werden mehr als 200 Milliarden E-Mails verschickt, neun von zehn Menschen in Deutschland nutzen das Internet, und fast jeder Vierte ist aktiv in einem sozialen Netzwerk.
ZUgausKUNFT
Opa Adler gesteht, dass ihm die Digitalisierung mit seinen 184 Jahren nicht immer leichtfällt, erinnert sich aber an ein frühes Beispiel: den Zugauskunft-Automaten von vor 55 Jahren, der als Attraktion für Reisende innerhalb von nur 30 Sekunden Zugverbindungen ermittelte und auf Papier ausdruckte – eine Sensation gegenüber der vorherigen mühsamen Handrecherche in dicken Kursbüchern. Bedient wurde der Automat über eine Wählscheibe wie bei alten Telefonen: Jeder Bahnhof hatte eine eigene Kennziffer, per Taste wählte man die Abfahrtszeit, und der Automat druckte anschließend Abfahrt, Umstiege und Ankunftszeit aus. Der Automat konnte in 4.000 Zugverbindungen und 400 Bahnhöfen recherchieren.
Von allein reisenden Geigen und Didgeridoos
Jährlich werden in den Fundbüros der Deutschen Bahn rund 250.000 Gegenstände abgegeben – mehr als 650 am Tag. Anhand des Beispiels von Ellis verlorenem Rucksack wird der komplette Fundsachen-Prozess bebildert erklärt: Der Rucksack wird gefunden und bei der Fundstelle am Bahnhof abgegeben; meldet sich der Besitzer nicht innerhalb einer Woche, wird der Gegenstand ins zentrale Bahn-Fundbüro nach Wuppertal weitergeleitet, wo er auf der „Verloren & Gefunden“-Onlineplattform der Bahn gelistet wird; bleibt er weiterhin unabgeholt, wird er nach einigen Wochen versteigert. In der Datenbank der Bahn sind 2,5 Millionen Gegenstände verzeichnet, rund 60 % davon finden zu ihren Besitzer:innen zurück – bei Laptops sogar 90 %.
Von voll verrückten Fundstücken bis zu wahren Schätzen
Im Interview berichtet Udo Feld, Leiter des zentralen Fundbüros der Bahn in Wuppertal, von besonders ungewöhnlichen Fundstücken wie einem Rettungsring, einem Außenborder für ein Motorboot, einem Elektroroller, einer Gastherme, einem Didgeridoo, einem mittelalterlichen Schwert, einem Großkopierer und einem Golfcaddy mit Schläger. Als echten Schatz nennt er eine Reisetasche mit rund 23.000 Euro Bargeld, deren Besitzer über Fahrkarten-Hinweise und Nachfragen bei Polizei und kommunalen Fundbüros noch rechtzeitig vor der Versteigerung ausfindig gemacht werden konnte, sowie eine Tasche mit einem wertvollen, bunt bestickten indischen Hochzeitskleid samt Schuhen (rund 10.000 Euro), die von dem glücklichen Brautpaar persönlich abgeholt wurde. Das wertvollste je gefundene Stück bleibt jedoch eine im Zug vergessene Stradivari-Geige aus dem Jahr 1727 im Wert von 2,4 Millionen Euro. Ein Rätsel lädt dazu ein, die zwölf am häufigsten verlorenen Gegenstandsarten des Jahres 2019 in die richtige Reihenfolge zu bringen; die aufgelöste Rangliste lautet: Handys (23.500 Stück), Rucksäcke (16.000), Geldbörsen (16.000), Jacken (9.850), Koffer (10.500), Schlüssel (9.000), Taschen (6.500), Brillen (4.850), Fahrräder (2.840), Spielzeug (455), Saiteninstrumente (435) und Regenschirme (320).
Anzeige/Gewinnspiel: Zum Heimkino-Start von „Trolls World Tour“ werden drei prall gefüllte Fanpakete mit der 2-Movie-Collection auf DVD, einer Trolls-Hörspiel-Starterbox und einer „Pop & Rock Poppy“-Puppe von Hasbro verlost; Teilnahme per E-Mail oder Post mit dem Betreff „Trolls“ oder online bis 31. Januar 2021.
Reisen wie die Profis: Tipps von den drei !!!
Die drei Detektivinnen Kim, Marie und Franzi, bekannt als „Die drei !!!“, geben Tipps fürs eigenständige Bahnreisen: Handy einpacken und aufladen, ein Ladekabel mitnehmen; sich vor der Fahrt über Abholzeiten und -orte verständigen, wichtige Telefonnummern im Handy speichern und bei Fahrplanänderungen erreichbar bleiben; leichtes Gepäck bevorzugen, etwa einen Rucksack statt mehrerer Taschen, und Wertsachen im Brustbeutel tragen; sowie bei Unwetterwarnung oder Krankheit lieber auf die Fahrt verzichten. Weitere Tipps betreffen gute Vorbereitung mit Internetrecherche zu alternativen Verbindungen, möglichst wenige Umstiege einplanen und das Ticket sowohl sicher als auch griffbereit verstauen; im Zweifel helfen Zugbegleiter:innen, die Reisezentren an Bahnhöfen oder die Bahnhofsmission weiter. Empfohlen wird außerdem, früh genug loszufahren, um Verspätungen abzufedern, ausreichend Wasser und Proviant mitzunehmen sowie Desinfektionstücher für die Zug-WCs einzupacken. Ein Hinweis verweist auf Vorlesegeschichten im Bereich Kinderwelt des ICE Portals.
Anzeige: Die Buchreihe „Die drei !!!“ wird für Mädchen mit den Themen Freundschaft, Spaß, Spannung und Abenteuer beworben. Ergänzend werben Anzeigen für das Playmobil-Hörspiel zur „Ritterwelt“ sowie für die Sendung „Ninja Warrior Germany Kids“, ab 18. September freitags um 19:40 Uhr bei TOGGO auf SUPER RTL.
Geheimsache Bahn: Echt oder Fälschung?
Opa Adler führt als Detektiv durch die Sonderausstellung „Geheimsache Bahn“ im DB Museum Nürnberg (im Jahr der Ausgabe bis Jahresende zu besichtigen) und deckt vier Geheimnisse auf. Erstens ein rund 150 Jahre altes Foto, das angeblich Opa Adler selbst als jungen Zug zeigt: Die Museumsexpert:innen erklären, dass es sich bei beiden gezeigten, verblüffend ähnlichen Fotos tatsächlich um Modellaufnahmen handelt – eines davon ist somit eine Fälschung. Zweitens Spionage und Schmuggel: Früher versteckten Spione geheime Botschaften etwa in einem Seifenspender auf der Zugtoilette, und in vielen Zügen wurden verbotene oder teure Güter wie Zigaretten geschmuggelt, teils sogar an der Dampflokomotive selbst. Drittens ein Geschwindigkeitsvergleich zweier historischer Dampfloks: Die deutsche „05 002“ und die englische „Mallard“ fuhren beide um die 200 km/h, wobei die Mallard laut offizieller Messung geringfügig schneller war – möglicherweise aber nur, weil sie einen Hügel hinabfuhr; zudem war sie nach der Fahrt beschädigt. Viertens der Diebstahl der Spielzeuglok „Storchenbein“ aus einem Modellbahnmuseum, die auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollte – die Diebe wurden bei einer vorgetäuschten Verkaufsübergabe gefasst, die Lok kehrte ins Museum zurück. Abschließend wird eine Tarnschrift gezeigt: ein gefälschtes Buch, das äußerlich wie ein Reisefahrplan der Deutschen Bundesbahn aussah, in Wahrheit aber verbotene Texte einer illegalen Organisation enthielt und in Zügen ausgelegt wurde, um ahnungslose Fahrgäste zu täuschen.
Ein Gewinnspiel verlost 15 Extrablätter mit allen Geschichten der Sonderausstellung zum Nachlesen; Teilnahme per E-Mail mit dem Stichwort „Geheimsache Bahn“ bis 31. Januar 2021.
Basteln: Geheime Botschaft (SUMs Pünktchen-Code)
Anhand eines im Heft abgedruckten Punktalphabets kann eine geheime Botschaft von „Emilia“ entschlüsselt werden; die Lösung lautet: „Hallo kleiner ICE, wollen wir zusammen nach Paris fahren? Bis bald, Emilia“.
Anzeige: Das Comicbuch „Haus Nr. 8 – Eine farblose Familie“ von Patrick Wirbeleit und Sascha Wüstefeld (Kibitz Verlag) wird beworben: Als in Tims neuem Zuhause plötzlich alle Farbe verschwindet, entdeckt er hinter dem Badezimmerspiegel eine geheimnisvolle Welt, in der es noch Farbe gibt – und eine Farbkopie von sich selbst.
Raus aus der Tür, rein ins Abenteuer
Der Beitrag versammelt Ideen für Aktivitäten direkt vor der eigenen Haustür: mit umweltfreundlicher Kreidefarbe graue Bürgersteige, Parkplätze und Betonflächen verschönern; kleine, flache Steine bunt bemalen, lackieren und an Bushaltestellen, Spielplätzen oder Parkbänken als geheime Geschenke verteilen; eine Schnitzeljagd für Freunde direkt vor der Haustür planen, mit nummerierten Aufgaben, Richtungspfeilen und einem versteckten Schatz am Ziel; selbstgebastelte Postkarten mit eigenen Fotos verschicken oder Broschüren der örtlichen Touristeninformation sammeln; „wilde Tiere“ wie Ameisen, Feuerwanzen oder heimische Vögel beobachten und als Fotocomic dokumentieren; spannende Oberflächen wie Böden, Rinden oder Gullideckel abreiben („schraffieren“) und zu einer Collage zusammensetzen; sowie eine Nachtwanderung im eigenen Viertel unternehmen, eventuell verbunden mit einer Übernachtung bei Freunden.
Abenteurer auf Schienen: Die berühmtesten Züge der Welt
Auf einer Weltkarte werden bekannte Zugstrecken vorgestellt: der Hogwarts Express (Jacobite Steam Train) in Schottland mit dem Glenfinnan-Viadukt und dem aus den Harry-Potter-Filmen bekannten Loch Shiel; der „Wolkenzug“ in Argentinien mit gigantischen Salzseen, Vulkanen und dem auf 4.220 Metern Höhe gelegenen Viadukt La Polvorilla; die Flåmbahn in Norwegen mit Fjorden, dem Wasserfall Kjosfossen und der Bergbahnstation Myrdal auf 864 Metern Höhe; der African Explorer (Shongololo Express) durch mehrere afrikanische Länder mit beeindruckenden Landschaften und Wildtieren; sowie der Glacier Express in der Schweiz mit Matterhorn, Rheinschlucht, der Albulalinie mit 144 Brücken und dem Landwasserviadukt. Ein Hinweis erwähnt, dass es auf www.der-kleine-ice.de/bahnentdecker auch Informationen zu fiktiven Zügen wie dem Polarexpress gibt.
Comic: Der kleine ICE – Mord im Orchideen-Express
Während einer Fahrt zum großen Gärtnerwettbewerb in Düsseldorf ertönt ein Kreischen: Eine preisverdächtige Orchidee wurde „ermordet“, das heißt gestohlen beziehungsweise zerstört. Der kleine ICE in der Rolle von „Sherlock ICE“ übernimmt gemeinsam mit seinem Assistenten Watzer den Fall und befragt die Verdächtigen im Bordrestaurant: die reiche Züchterin Lydia Leinsamen, den mysteriösen Gärtner im Trenchcoat Herrn Menschmann sowie den Oberst vom Garten, Bundeswehrgärtner. Nach mehreren falschen Verdächtigungen – zunächst wird der Oberst wegen einer fleischfressenden Pflanze in seinem Wettbewerbs-Brokkoli verdächtigt, dann Frau Leinsamen wegen tropfender Farbe an ihrem Hut, schließlich Herr Menschmann als „letzter Übriggebliebener“ – deckt der kleine ICE die wahre Täterschaft auf: Herr Menschmann ist gar kein echter Gärtner, sondern ein als Mensch verkleideter Schneckenhaufen, der die Orchidee gefressen hat und sich beim Wettbewerb mit dem eigenen Bauch als Zuchterfolg ausgeben wollte. Als Beweis dient ein Messer mit vermeintlichem Blut, das sich als Ketchup vom Frühstücksbrot entpuppt, sowie die noch am „Hinterteil“ klebende Orchidee. Da alle anderen Wettbewerbsteilnehmer disqualifiziert sind, gewinnt am Ende die einzige verbliebene, leicht zerknitterte Nachtorchidee den ersten Platz.
Los geht’s – heute wird gekocht! Rezepte von Robbi Regio, Pippa, Maxi und Hanno
Robbi Regio stellt zwei Kinderrezepte vor. Hannos Bratwurstspieße (Zubereitungszeit gesamt 40 Minuten, für 4 Portionen): Bratwürstchen, Gemüse nach Wahl (z. B. Cocktailtomaten, Paprika, Zucchini, Champignons), Olivenöl und Holzspieße – der Ofen wird auf 200 Grad vorgeheizt, Gemüse gewaschen und geschnitten, Würstchen halbiert und abwechselnd mit dem Gemüse auf Holzspieße gesteckt, mit Olivenöl bestrichen und rund 25 Minuten gebacken (alternativ auch auf dem Grill zubereitbar). Pippas Nudelsalat (Zubereitungszeit gesamt 40 Minuten, für 4 Portionen): Nudeln, Paprika, Sellerie, Karotte, rote Zwiebel, Eier sowie für das Dressing Joghurt, Mayonnaise, Senf, Essig, Petersilie, Salz und Pfeffer – Nudeln kochen und kalt abschrecken, Eier hart kochen und würfeln, Gemüse klein schneiden, Dressing-Zutaten verrühren und alles miteinander vermengen.
Blau und Burgundy sind alle meine Kleider … Die neue Dienstkleidung bei der Bahn
Nach 17 Jahren erhalten rund 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn eine neue, nachhaltig produzierte Dienstkleidung in den Farben Burgundy (ein dunkles Rot) und Dunkelblau. Viele Mitarbeitende waren an der Entwicklung beteiligt und trugen die neuen Kleidungsstücke probeweise, um Rückmeldungen zu geben. Vorgestellt werden verschiedene Berufsgruppen mit ihrer jeweils passenden Kleidung: Zugbegleiter:innen, die Fahrkarten kontrollieren und im Bordrestaurant bedienen; Lokführer:innen mit einer Weste mit vielen Taschen; Köchinnen und Köche mit besonders leicht zu reinigender Kleidung; Mitarbeitende für Schutz und Sicherheit, teils mit Hundeunterstützung, in gelben Warnwesten; Mitarbeitende an Gleisen wie Gleisbauarbeiter:innen, Förster:innen oder Lokrangierführer:innen in leuchtend orangen Overalls mit reflektierenden Signalstreifen; sowie Mechaniker:innen im ICE-Werk im klassischen blauen Overall mit DB-Logo. Mitarbeitende im Büro tragen dagegen normale Bürokleidung.
Das Freundebuch: Simsala SUM
Simsala SUM stellt sich als „lebendig gewordene Konfettikanone der Bahn“, knallgelber Bastel-Blitz und Schnellumbaufahrzeug vor, das für die Reparatur, den Umbau und die Neuverlegung von Gleisen zuständig ist. Freunde nennen sie kurz SUM oder SUMi. Sie erwähnt scherzhaft, gerade an einer Konfettikanone mit eingebauter Aufsaugfunktion und Blaskapellenmusik zu tüfteln, und verrät ihren Lieblingsspruch: „Auf mich kann man bauen!“. Ein Hinweis verweist auf ein Vorstellungsvideo auf der Website des kleinen ICE sowie darauf, wie man die Spielfigur gegen Vorlage der Kinderfahrkarte im Bordbistro erhält.
Basteln: SUMs Bastelidee – Tic Tac Toe
Eine Anleitung in fünf Schritten zeigt, wie man aus sechs glatten Steinen, Acrylfarbe in zwei Varianten, Acrylstiften und einem Jutebeutel ein eigenes Tic-Tac-Toe- (auch „Drei gewinnt“ genannt) Spiel bastelt: Drei Steine werden weiß, drei rot angemalt und nach dem Trocknen mit Buchstaben oder Zeichen versehen (zum Beispiel I, D, A für die roten und I, C, E für die weißen Steine, passend zu Ida IC und dem kleinen ICE); als Unterlage und Transportbeutel dient ein mit Linien bemalter Stoffbeutel. Ziel des Spiels ist es, als Erste eine Reihe mit drei gleichfarbigen Steinen zu bilden.
Anzeige: Auf der Rückseite wird die Website des kleinen ICE beworben, mit den Bereichen Bahnwissen (erstaunliche Fakten und Hintergründe), Spiele (lustige Games und wuselige Herausforderungen), Idas Reiseblog (Städtetipps), Comics (verrückte Abenteuer) und Neues (Gewinnspiele und Aktionen), erreichbar unter www.der-kleine-ICE.de.



